Biken in Arosa Lenzerheide

Ein Wochenende im “Home of Trails”

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Im Video Home of Trails machen Mountainbike Legende Danny MacAskill und der local Pro Claudio Caluori die Trails in Graubünden unsicher. Zu sehen sind rasante Abfahrten und wunderbare Panoramen. Grund genug für mich, mir einige der Trails nah meiner Wahlheimat einmal selbst anzuschauen.


Graubünden ist schon länger als Paradies für Mountainbiker bekannt. Bereits vor 12 Jahren wurden alle Wanderwege auch für Biker geöffnet und mit dem Konzept der „Trail Toleranz“ ein friedliches Miteinander von Wanderern und Bikern ermöglicht. Somit steht uns Bikern ein schier endloses Netz an Trails und Touren zur Verfügung. Wo soll ich da anfangen?

Bikepark Lenzerheide: Downhill auf Weltklasse -Niveau

Wieso nicht in Lenzerheide? Der Bikepark ist weltberühmt und war dieses Jahr im September Schauplatz der UCI Mountain Bike World Championships. Auf den fünf Strecken von blau bis schwarz ist für jeden Geschmack und Können etwas dabei. Anfänger können sich auf der FLOWline austoben, die mit kleinen Sprüngen und jeder Menge Anlieger eine Menge Fahrspaß und Geschwindigkeit verspricht. Auf der roten PRIMEline geht es bereits etwas anspruchsvoller zu und die Sprünge werden größer. Aber auch mir als Park- Frischling macht sie von Abfahrt zu Abfahrt immer mehr Spaß -sie ist eindeutig mein Favorit. Die ebenfalls rote SHOREline ist eine weitere Variante und wartet mit schön verbauten North Shore Elementen -Holzbrücken, Steilkurven und Drops aller Größenordnungen- auf. Freunde des maximalen Federwegs kommen auf der schwarzen STRAIGHTline voll auf ihre Kosten. Die Weltcupstrecke ist technisch anspruchsvoll und verlangt dem geübten Fahrer all sein Können ab. Dafür bietet sie mit dem berühmten „Rock Garden“, hohen Sprüngen und einem ruppigen Wurzelfeld jede Menge Abwechslung. Last but not least gibt es noch die ebenfalls schwarze STYLEline und auch hier ist mit Sprüngen aller Art der Name Programm.

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Trailspaß und Panorama pur

Aber auch das riesige Trailnetz ist definitiv einen Besuch wert und für den nächsten Tag planen wir eine Tour. Die Auswahl ist riesig, egal ob Flow oder Technik, Hochalpin oder Wald, hier kann man mehr als nur einen Tag zubringen und immer wieder Neues entdecken. Wir entscheiden uns schließlich für eine Variante von Lenzerheide nach Chur, bei der mit rund 500 Metern im Aufstieg und 3380 Metern Abfahrt der Trailspaß klar im Vordergrund steht. Ganz nach meinem Geschmack. Zuerst geht es mit der Gondel auf den markanten Gipfel des Parpaner Rothorns und von dort auf der Strecke der berühmt-berüchtigten „Bike Attack“ durch eine mondähnliche Landschaft aus Geröll, die wunderbar schroff ist und Aussicht auf die umliegenden Gipfel öffnet. Hinter der Lawinengalerie beim Gredigs Fürggli biegen wir rechts ab. Die Strecke bis Arosa bietet alles, was das Bikerherz begehrt; teilweise etwas knifflige und verblockte Passagen wechseln sich mit herrlich schnellen Stücken ab. Nie zu kurz kommt das wunderbare Panorama im unverbauten Schafälpli-Tal. Am Älpisee halten wir kurz, genießen den Ausblick und stärken uns für den nächsten, technischen Abschnitt mit einem Riegel. Denn von hier geht es in steilen, teils verblockten Spitzkehren hinunter bis zum Schwellisee und auch für geübte Fahrer ist hier vollste Konzentration gefragt. Auf dem letzten Stück bis Arosa öffnet sich der Trail schließlich wieder. Wir nehmen den Hörnli- Express bis auf 2482 und erspähen neben in der Sonne faulenzenden Murmeltieren noch den nagelneuen, fast 7 Kilometer langen Hörnli Flowtrail. Ein Must für den nächsten Besuch.


Von der Bergstation geht es auf schönen, flowigen Singletrails bergab durchs Urdental, vorbei am dunkelblau schimmernden Urdensee und mündet schließlich in eine Alpstraße, welcher wir ein Stück folgen. Immer wieder zweigen kleine, technisch recht einfache Zwischenstücke auf Trails ab, bis wir schließlich in Fups weitere knapp 200 Meter gemütlich auf einem Teerweg bergauf, bis zum Berggasthaus Furgglis, treten. Von hier geht es auf Wanderwegen weiter bis zum idyllischen Ort Praden. Wir folgen dem Steinbachtobel und erreichen schließlich Passugg. Zum Abschluss geht es nach einem Stück auf der Straße auf Singletrails durch den Wald hinunter bis nach Chur. Am Bahnhof steigen wir ins Postauto zurück nach Lenzerheide und ich muss sagen: diese Tour hält was sie verspricht, jede Menge Abfahrtsspaß mit viel Flow und einigen etwas technischeren Stellen, an denen auch versiertere Fahrer auf ihre Kosten kommen.

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Info:

Noch mehr Trails:

Mit über 500km ausgewiesenen Trails und 900km GPS Tracks bietet Arosa Lenzerheide alles, was das Biker Herz begehrt. Flowtrail Liebhaber kommen auf dem gerade neu eröffneten Hörnli Trail voll auf ihre Kosten. Ambitionierte Fahrer wählen die Biketicket-2-Ride Tour black, bei der über 6000 Höhenmeter bergab alles abverlangen. Die Fourcletta- Welschtobel Tour gilt mit einer längeren Tragepassage als konditionell anspruchsvoll, bietet dabei aber eine wunderbare Weitsicht der umliegenden Gipfel. Eine Übersicht aller Touren ist  hier zu finden.

Übernachten:

Die Schweiz ist teuer? Ja, stimmt irgendwie schon, aber wenn ihr eine Übernachtung in einem Bikehotel bucht, bekommt ihr neben einem fahrradfreundlichen Rundum-Service, wie abschließbarem Radkeller oder Waschmöglichkeit, auch vergünstigte Tickets für die Bergbahnen dazu. Je nach Hotel zahlt ihr dann für ein Tagesticket zwischen 10 und 20 Franken.


Fotos: Chris Riefenberg

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